Mobile Learning für Fernfahrer

Projektbeschreibung

Der Kontext

Fernfahrer möchten so praxisnah wie möglich lernen. Neben den gesetzlichen Ruhepausen haben Fernfahrer oft unfreiwillige Pausen: Zwischen zwei Touren oder während der Kunde auf- oder ablädt. Solche Pausen verbringen die Fahrer meistens in der Fahrerkabine, und es gibt nicht viel zu tun. Ein idealer Zeitpunkt zum Lernen, gerade für berufsbezogene Inhalte: wenn man im Anwendungskontext ist, bleibt das Gelernte leichter haften.


Die Themen

Verhindern von Sekundenschlaf, besseres Sehen, bessere Ernährung, Sport, Verhalten bei Pannen und Unfällen, Umgang mit Stress und Konflikten, das alles sind Themen, mit denen sich Fahrer auch aus eigenen Interesse befassen. Von gut informierten Fahrern profitiert aber auch die Spedition und eben die Unfallversicherung.

Zur Themenfindung wurden die Lastwagenfahrer und die Spedition befragt, weitere Themen steuerte die Berufsgenossenschaft bei.

Die Lösung

Die Lkw-Fahrer nutzen ein Netbook, das auf der Ablage vor dem Beifahrersitz liegt. Nach einem Tag am Lenkrad müssen die Fahrer nichts mehr in der Hand halten. Ein Netbook ist klein und leicht genug, um es zusammen mit anderen Sachen in eine Tasche zu stecken und mit zum Rasthof zu nehmen. Ein Netbook ist andererseits groß genug um Filme anzuschauen, im Forum und im Chat zu kommunizieren oder Übungsaufgaben zu bearbeiten.

Die Fahrer verbinden sich dazu mit einer internetbasierten Lernplattform.

Wichtigste Lerninhalte sind Videos, die durch Wissensabfragen unterbrochen werden. Ergänzend gab es auch Vodcasts: Kurze Präsentationen, die von einem Mitarbeiter vertont wurden.

System und Anpassungen

Als Betriebssystem für die Netbooks wurde Ubuntu ausgewählt. Vorteile sind (im Gegensatz zum Windows 7)

  • Das System startet schneller, und schalten sich auch schneller wieder aus.
  • Die Benutzeroberfläche kommt den Nutzer mehr entgegen und funktioniert auch gut mit kleineren Bildschirmen.
  • Es gibt weniger Gefahren durch Viren oder versehentliche Umkonfigurationen.

 

Die Fernfahrer greifen auf eine internetbasierte Lernplattform zu. Nach Auswertung des pädagogischen Konzeptes haben wir uns für das Lernmanagementsystem Ilias entschieden.

Wir haben Ilias für diesen Zweck angepasst: größere Schrift, stärkere Kontraste. Viele unnötige Details haben wir ausgeblendet, um den Blick nicht vom Wesentlichen abzulenken.

 

Eine Reihe von Anpassungen erfolgte auf Grund des Forschungscharakters. z.B. gibt es per Zufall gesteuert eine Umfrage zu der aktuellen Lernsituation.

Die Projektpartner

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung

Das Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Die DGUV verwaltet mehr als 75 Millionen gegen Arbeits-, Wege- und Schülerunfälle sowie Berufskrankheiten Versicherte. Das IAG mit Sitz in Dresden forscht, entwickelt und berät innerhalb der DGUV zu Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Arbeitswelt.

www.dguv.de/iag

Berufsgenossenschaft Verkehr

Knapp 200.000 Unternehmen sind Mitglied in der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft. Prävention ist ein Satzungsziel, daher verfügt sie über umfangreiches Bildungsangebot dazu. Fernfahrer und andere "mobile Worker" aus dem Logistikbereich sind bisher jedoch schwer mit klassischen Bildungsangeboten zu erreichen.

www.bg-verkehr.de

 

Spedition Bode

Die Spedition mit derzeit 160 Mitarbeitern ist Logistikdienstleister für gewerbliche Kunden, z.B. werden Papierrollen für Druckereien Just-In-Time geliefert, so dass der Auftraggeber Lagerkapazitäten einsparen kann. Das bedeutet jedoch auch hohe Ansprüche an die Verlässlichkeit des Transports, die sich nur mit umfassend qualifizierten Mitarbeiten erfüllen lassen. Die Spedition Bode möchte hier weiter Vorreiter bleiben und die Qualität ihrer Dienstleistungen weiter ausbauen.

Im Pilotprojekt wird die Lernplattform von 25 Fernfahrern genutzt.

www.spedition-bode.de


FernUniversität in Hagen

Die FernUniversität ist mit knapp 80.000 Studierenden die größte Universität in Deutschland. Das Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung ist verantwortlich für das pädagogische Konzept und führt die wissenschafliche Auswertung durch.

mlearning.fernuni-hagen.de


Handylearn Projects

Seit 2005 realisiert Handylearn Projects mobile Lernanwendungen. Bei der pädagogischen Konzeption war die Beratung entscheidend, um die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit zu gewährleisten. Die sehr unterschiedlichen Anforderungen der Projektbeteiligten mussten im System berücksichtigt werden.

 

 

 

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom europäischen Sozialfond gefördert.